So machen Sie Ihren Garten winterfest!

Es ist wieder einmal so weit. Die letzten warmen Sonnenstrahlen des Jahres sind schon bald Geschichte und unsere Gärten müssen für den Winter vorbereitet werden, um im Frühling wieder in alter Frische erblühen zu können. Doch wie macht man eigentlich einen Garten „winterfest“? Was Sie alles beachten sollten und welche Gartenutensilien Sie dafür benötigen, lesen Sie hier.

Winterschutz für frostharte Beetpflanzen

Was sind „frostharte Beetpflanzen“? Das sind all jene Pflanzen, die über die kalten Wintermonate hinweg eine eigene „Strategie“ fürs Überleben entwickelt haben. Einige Beispiele für winterharte Stauden sind der Rittersporn, die Pfingstrose, Herbstastern oder auch die gelbe Glockenblume. Aber auch Lavendel, Scharlachfuchsie und ein paar wenige Rosensorten trotzen mit dem richtigen Überwinterungsschutz den eisigen Temperaturen.

Am besten eignet sich hierfür, falls vorhanden, einfaches Laub da es eine isolierende Luftschicht bildet, die die Pflanzen vor der winterlichen Kälte schützt. Sollten Sie also das Glück haben, ein oder mehrere Laubbäume in Ihrem Garten stehen zu haben, dann sammeln Sie die herabfallenden Blätter und verteilen diese in Ihren Beeten. Damit alles auch bei stürmischerem Wetter an seinem Platz bleibt, kann man Tannenzweige, kleinere Äste oder Reisig zum Beschweren verwenden. In diesem natürlichen Kälteschutz findet sich vielleicht auch noch Platz für einen Igel, der auf der Suche nach einem kuscheligen Überwinterungsplatz ist.

Wem kein Laub oder Ähnliches zur Verfügung steht, der kann auf Gartenvlies zur Abdeckung zurückgreifen. Denn ein hochwertiges Gartenvlies oder Wintervlies fungiert gleichzeitig als optimaler Wärmespeicher und Feuchtigkeitsspender für Ihre Pflanzen. 

Wasser abstellen vor dem ersten Frost

Um Ärgernissen, wie beispielsweise einem geplatzten Wasserhahn oder einem Schaden an den Wasserleitungen vorzubeugen, empfiehlt es sich sehr das Wasser vor dem ersten Frost abzudrehen. Auch das Restwasser, welches im Anschluss oder dem Schlauch verbleiben kann, sollte sicherheitshalber entfernt werden, da sich das Wasser bei Gefrieren ausdehnt und somit Behälter, Gefäße und Leitungen zum Platzen bringen kann.

Nicht zu vergessen sind auch Wassertonnen- oder Tanks. Vor allem jene aus Plastik laufen Gefahr schon bei wenigen Minusgraden Schaden aufgrund des gefrorenen Wassers zu nehmen. Dasselbe gilt auch für Gießkannen und Ähnliches. 

Obstbäume winterfest machen

Haben Sie schon einmal was von „Fruchtmumien“ gehört? Das ist das alte Obst, welches manchmal in den Obstbäumen zurückbleibt und dort anfängt zu verschimmeln. Diese sogenannten Fruchtmumien sollten Sie von Ihren Bäumen entfernen. So verhindern Sie das Ausbreiten von Pilzen und anderen Krankheitserregern und haben noch lange Freude an Ihren Obstbäumen.

Jungbäume anbinden und weißen

Hat Ihr Garten im Herbst noch Zuwachs in Form eines Bäumchens erhalten, dann sollten Sie gerade dieses besonders über die Wintermonate schützen. Damit seine Wurzeln ungestört anwachsen können, empfehlen wir Ihnen, den jungen Baum am besten an einem Pfahl festzumachen. Das schützt ihn davor, von etwaigen Herbst- und Winterstürmen beschädigt zu werden. 

Für Obstbäume und andere Baumarten mit sehr glatter Rinde empfiehlt es sich außerdem, einen Kalkanstrich auf die Baumrinde aufzutragen. Durch die Reflektion des Sonnenlichts werden Spannungsrisse in der Rinde, die besonders an kalten Frosttagen entstehen können, vorgebeugt. Diese Risse entstehen, wenn die Seite, die der Sonne zugewandt ist, sich erwärmt, während die andere Seite im Schatten kalt bleibt. Der alkalische Kalkanstrich verhindert zudem, dass Krankheitserreger in die Baumrinde eindringen können.

Rasen mähen

Nehmen Sie den letzten Rasenschnitt vor, während draußen noch relativ milde Temperaturen herrschen. Warten Sie jedoch nicht zu lange, denn wenn sich erstmal eine Schneedecke über den noch zu langen Rasen gelegt hat, so kann dies zu Abknicken der Halme und in dessen Folge zur Fäulnis führen. Wenn Sie den Rasen jedoch zu kurz schneiden, kann es gut sein, dass sich über den Winter eine Schicht Moos über Ihrem Rasen ausbreitet. 

Die optimale Länge der Grashalme beim letzten Schnitt vor der Wintersaison beträgt in etwa 4 Zentimeter. Das Schnittgut nach dem Rasenmähen sollte sorgfältig zusammengerecht und entfernt werden, damit das Gras darunter nicht zu faulen beginnt. Selbiges gilt auch für Falllaub. Wenn Sie nur wenig Laub auf Ihrem Rasen haben, können Sie dieses auch einfach „mitmähen“. So wird es zerkleinert und mit dem Rasenschnitt vermischt. Diese Mischung eignet sich hervorragend als Mulch oder Kompostmaterial. Größere Mengen an Laub sollte aber vor dem Mähen entfernt werden. 

Wenn Sie Ihrem Rasen jetzt noch was Gutes tun wollen, düngen Sie diesen mit einem kaliumhaltigen Dünger. Der hohe Kaliumgehalt sorgt für eine höhere Frostverträglichkeit und stärkt das Grün in den kalten Wintermonaten.

Sollte Ihr Rasen typische Anzeichen eines zu niedrigen pH-Wertes, wie zum Beispiel die Bildung von Moos, zeigen, empfiehlt es sich außerdem Kalk zu streuen. Sie können Ihren Rasen alternativ auch im kommenden Frühjahr, vor der Wachstumsperiode, kalken.

Pflanzen zurückschneiden

Pflanzenarten wie Hecken, Stauden, Sträucher und Bäume sollten vor dem Wintereinbruch zurückgeschnitten werden. Beschnitten wird vor allem, um unerwünschtes Wachstum zu entfernen, beispielsweise weil die betroffenen Zweige hinderlich, krank oder alt sind. Wichtig beim Rückschnitt im Herbst ist der richtige Zeitpunkt. Sie sollten Ihre Pflanzen niemals bei Frost beschneiden da es das empfindliche Schutzsystem der Pflanzen aus dem Gleichgewicht bringen und somit irreparablen Schaden anrichten kann. 

Bei Bäumen sollten Sie beschädigte oder angebrochene Äste abschneiden, um Schneebruch oder Sturmschäden vorzubeugen. Sträucher werden von langen, überhängenden Zweigen gesäubert – am besten mit einer scharfen Gartenschere oder Baumsäge, um unnötige Verletzungen der Pflanze zu vermeiden.

Ziergräser hochbinden oder im Frühling stutzen

Ziergräser werden zum Winter hin nicht gestutzt – die meisten davon, welche sich in unseren Gärten befinden, sind winterhart. Um die Gräser wohlbehütet durch den Winter zu bringen, gibt es ein paar Tipps & Tricks. Doch nicht jeder Tipp eignet sich für jedes Gras. Was für das eine Ziergras über den Winter überlebensnotwendig sein kann, kann einem anderen sehr schaden. Wenn Sie sich unsicher sind, wie Sie Ihre Ziergräser am besten über den Winter bringen, lassen Sie sich in der Gärtnerei Ihres Vertrauens ausführlich beraten.

Empfindliche Pflanzen frostfrei überwintern

Mediterrane oder tropische Kübelpflanzen sollten Sie auf jeden Fall vor dem ersten Frost ins Warme holen. Die ideale Temperatur für die meisten Pflanzen zum Überwintern liegt zwischen 5°-10° Celsius. Die Überwinterungszeit sollte so kurz wie möglich gehalten werden – das heißt, so spät wie möglich rein und so schnell wie möglich wieder raus mit den Pflanzen.

Mediterrane Kübelpflanzen, wie beispielsweise der Oliven- oder Feigenbaum sowie Oleander, halten Temperaturen bis zu -5 Grad stand und können somit länger draußen gelassen werden als tropische Gewächse, wie zum Beispiel Palmen. Auch Pflanzenarten die ihren Ursprung aus Asien, Südamerika oder Südafrika haben, sollten schon ab Oktober in ein sicheres Winterquartier gebracht werden. Dazu zählen großblütige Fuchsien, Zitrusbäume und Wandelröschen.

Auch winterharte Kübelpflanzen benötigen teilweise Schutz vor den frostigen Temperaturen. In Form von Garten- oder Wintervlies, Bambusmatten, Laub, Reisig, u.v.m. können Sie Ihre Pflanzen winterfest machen. Welche Gewächse welchen Schutz benötigen erfahren Sie auch von unserem top-geschultem Fachpersonal.

Gewächshaus isolieren

Falls Sie ein Gewächshaus in Ihrem Garten stehen haben, sollten Sie auch dieses ausreichend für den anstehenden Winter vorbereiten. Mit der richtigen Isolierung lässt sich das Gewächshaus auch als Winterquartier für beispielsweise mediterrane Kübelpflanzen wie Oleander und Oliven nutzen. 

Am besten eignet sich Luftpolsterfolie als Isoliermittel. Die meisten dieser Folien sind UV-stabil und dreilagig. Achten Sie darauf, eine Luftpolsterfolie mit möglichst großen Luftkammern, auch Noppenfolie genannt, zu verwenden. Diese bietet den besten Schutz vor der eisigen Kälte draußen. Die Folie kann sowohl innen als auch außen ums Gewächshaus angebracht werden. Innen bildet sich jedoch häufig Kondenswasser, welches die Algenbildung fördert. 

Für weitere Fragen in Sachen Pflanzen- und Gartenüberwinterung stehen wir Ihnen gerne bei uns auf dem Mahler Hof in Höchst zur Verfügung. Auch das dafür benötigte Gartenzubehör finden Sie direkt bei uns vor Ort. 

Wenn Ihnen unser Beitrag gefallen hat, laden wir Sie herzlich dazu ein diesen mit Ihren Freunden und Bekannten zu teilen. Vielen Dank und bis bald! 

Das Team vom Mahler Hof

Bildquellen: canva.com

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