Umtopfen – aber richtig!

Eine Pflanze braucht Licht, Wasser, Luft und die richtigen Nährstoffe, um gesund zu wachsen. Aber das ist noch nicht alles. Topfpflanzen brauchen zudem ausreichend Platz, um sich optimal zu entwickeln. Da das Umtopfen oftmals als lästige Arbeit angesehen wird, wird es auch gerne mal hinausgeschoben oder gar ganz vergessen. Dabei ist der Aufwand gar nicht so groß und der benötigte Platz so wichtig für das Wohl der Pflanze. Wie und wann Sie richtig umtopfen, erklären wir Ihnen hier.

Warum ist das Umtopfen so wichtig für die Pflanzen?

Wenn der Topf der Pflanze zu eng wird oder dessen Erde komplett durchwurzelt ist kann das das Wachstum der Pflanze beträchtlich einschränken. Einseitiges Wachstum oder ein kompletter Wachstums-Stopp können die Folge sein. Das Umtopfen sollte, wie das Gießen und Düngen, zur regelmäßigen Pflegeroutine Ihrer Pflanzen gehören.

Wann ist der richtige Zeitpunkt, um eine Pflanze umzutopfen?

Es gibt viele Anlässe eine Pflanze in einen anderen, größeren Topf umzusiedeln. Nicht nur Platzmangel gehört zu den Gründen. Für die meisten Pflanzen ist generell das Umtopfen im Frühjahr, bei beginnender Wachstumsphase, ein geeigneter Zeitpunkt. Hier haben wir Ihnen ein paar Punkte aufgelistet, wann ein Umtopfen Sinn macht.

 

  • Nach dem Winter. Der Grund dafür ist, dass sich die Pflanzen während den kalten Wintermonaten in der sogenannten Vegetationsruhephase befinden. Um im Frühling wieder gut wachsen zu können, brauchen die Pflanzen mehr Platz.
  • Sobald die Erde komplett durchwurzelt ist, ist das ein Anzeichen dafür, dass mehr Platz her muss. Der neue Topf sollte 2-3 Zentimeter größer sein als der alte. Bei größeren Pflanzen können es auch 5-6 Zentimeter sein.
  • Wenn die Standfestigkeit der Pflanze nachlässt. Auch das ist ein Zeichen von zu wenig Platz im aktuellen Topf. Sobald die Pflanze in einen größeren Topf versetzt wurde, ist die Standfestigkeit auch meist wieder gegeben.
  • Wenn der aktuelle Topf kaputt ist. Je nach Grad der Beschädigung verliert der Topf Erde oder Ähnliches und somit wichtige Nährstoffe für die Pflanze. Außerdem kann Wasser ausrinnen und auch den Fußboden beschädigen.
  • Neu gekaufte Pflanzen befinden sich oftmals in zu kleinen Behältern, da diese nur für den Transport gedacht sind. Hier bietet es sich ebenfalls an, den neuen Mitbewohner so schnell wie möglich in einen bequemeren Topf zu stecken.
  • Wenn das Blattgrün heller wird oder sich verfärbt. Sobald das Substrat zu stark durchwurzelt ist, kommt es oft zu Mangelerscheinungen. Diese äußern sich dann unter Anderem in der Verfärbung der Blätter.
  • Um Ableger von der Mutterpflanze zu trennen. Wenn Ihre Pflanze Ableger hat, dann bietet es sich an diese, je nach Pflanzenart, in einen eigenen Topf zu setzen. Vielleicht finden Sie ja einen dankbaren Abnehmer für Ihre Nachzucht.

Was sollte man beim Umtopfen einer Pflanze beachten?

Beim Umtopfen selbst gibt es einige Punkte zu beachten, um sicher zu gehen, dass es Ihrer Pflanze nach dem Umzug in einen größeren Topf gut geht. Hier haben wir Ihnen die wichtigsten davon zusammengefasst:

 

  • Einer der wichtigsten Punkte beim Umtopfen ist die Größe des neuen Gefäßes für die Pflanze. Der neue Topf sollte weder zu klein noch zu groß sein, um optimales Pflanzenwachstum zu gewährleisten. In der Regel spricht man von 2-3 Zentimetern mehr Durchmesser bei kleineren und 5-6 Zentimetern bei größeren Pflanzen.
  • Mindestens ebenso wichtig wie die passende Größe des neuen Blumentopfes ist die richtige Wahl der Erde. Wenn Sie minderwertige oder unpassende Erde für Ihre Pflanze verwenden, kann das zu Mängelerscheinungen und Schlimmeren führen. Gewisse Pflanzensorten benötigen Spezialerde wie beispielsweise Zitrusbäume, Orchideen, Bonsai, Kakteen,… Wenn Sie sich unsicher sind, welche Erde Sie für Ihre Pflanzen am besten verwenden, stehen wir Ihnen gerne vor Ort für eine ausführliche Beratung zur Verfügung.
  • Kontrollieren Sie Ihre Pflanze vor dem Umtopfen auf etwaige Krankheiten oder Schädlinge. Denn gerade bei Schädlingsbefall gilt es schnell zu handeln. Meist reicht es schon, wenn Sie die Pflanzen ordentlich mit Wasser abbrausen, um das Ungeziefer zu entfernen. Achten Sie dabei darauf, ob sich diese auch an der Unterseite der Blätter festgesetzt haben.
  • Bei größeren bzw. älteren Pflanzen oder auch solchen, die nur noch aus einem dichten Wurzelballen bestehen, sollten beim Umtopfen die Wurzeln leicht aufgelockert werden, damit sie besser anwachsen und auch schneller wieder neue Wurzeln bilden können.
  • Eine Drainageschicht mit einbauen. Eine Drainageschicht schützt Ihre Pflanze vor Staunässe und sorgt dafür, dass überschüssiges Wasser schnell abfließen kann. Wenn sich Wasser im Topf staut, führt das über lang oder spät zur Fäulnis der Wurzeln und die Pflanze geht ein. Eine Drainageschicht kann aus Kies, Tonscherben, Lavasteinen oder Ähnlichem bestehen und wird ca. 2 cm hoch auf dem Topfboden arrangiert.
  • Alte Erde sorgfältig entfernen. Vor allem, wenn die Erde im alten Topf von Schimmel oder Ungeziefer befallen war, sollten Sie diese so gut es geht von der Pflanze entfernen. Sitzt die Erde am Wurzelballen zu fest, hilft es diesen kurz in Wasser zu tauchen.
  • Nach dem Umtopfen sollte die Pflanze gegossen werden. Das sogenannte „Angießen“ ermöglicht Ihrer Pflanze einen optimalen Start in der neuen Umgebung. Achten Sie dabei darauf, die Erde langsam und vorsichtig zu gießen und beobachten Sie, ob überschüssiges Wasser gut abfließen kann.

Was benötigt man alles zum Umtopfen?

Je nachdem, wo Sie Ihre Pflanze umtopfen möchten, im Haus oder im Garten, benötigen Sie eine passende Unterlage um gegebenenfalls den Fußboden zu schützen, denn – so viel sei verraten – es wird schmutzig! Keine Angst. Es ist meistens ganz entspannend und macht Spaß ein wenig im Dreck zu wühlen. 

Hier haben wir Ihnen die wichtigsten Utensilien zum Umtopfen aufgelistet:

  • Unterlage
  • Gartenhandschuhe
  • Gartenschere oder Messer
  • kleine Gartenschaufel
  • passender Topf oder Gefäß
  • Drainagematerial (Kies, Tonscherben,…)
  • Pflanzenvlies um die Erde von der Drainage zu trennen
  • Die richtige Erde für Ihre Pflanze
  • Wasser zum Gießen

Schritt-für-Schritt-Anleitung

Wenn Sie sich sicher sind, dass Ihre Pflanze umgetopft werden sollte und Sie alle dafür benötigten Gartenutensilien zuhause haben können Sie Ihren grünen Schützling in einen größeren Topf setzen. Mit dieser Schritt-für-Schritt-Anleitung kann gar nichts mehr schiefgehen.

 

  1.  Bereiten Sie den neuen Topf vor. Dieser sollte 2-3 cm bei einer kleineren und 5-6 cm mehr Durchmesser bei einer größeren Pflanze betragen. Füllen Sie das Drainagematerial 2-4 cm hoch in den Topf (etwa ein Zehntel des Topfes sollte mit einer Drainageschicht gefüllt werden).
  2. Holen Sie die Pflanze aus Ihrem bisherigen Topf. Sie können dabei vorsichtig auf den alten Topf klopfen oder versuchen die Pflanze langsam aus diesem herauszudrehen, falls nötig. 
  3. Entfernen Sie nun die alte Erde und die abgestorbenen Wurzeln von der Pflanze. Sollte sich die Erde nur schwer lösen, kann es hilfreich sein, diese in Wasser zu tauchen.
  4. Setzen Sie die Pflanze mittig in den neuen Topf und füllen diesen rundherum mit Erde auf. Beachten Sie dabei, dass die Wurzeln sowohl seitlich als auch nach unten genügend Platz benötigen, um ein optimales Wachstum zu ermöglichen.
  5. Sobald die Pflanze Halt in Ihrem neuen Zuhause hat, können Sie den Topf bis zum Rand mit Erde auffüllen und leicht andrücken. 
  6. Stellen Sie die Pflanze an Ihren Standort zurück. Jetzt sollte diese ausreichend gewässert werden. Durch das Angießen werden etwaige Hohlräume geschlossen und Ihre Pflanze hat einen optimalen Start in Ihrem neuen Topf um weiter zu gedeihen.

Für weitere Fragen zum Thema Umtopfen stehen wir Ihnen gerne bei uns auf dem Mahler Hof in Höchst zur Verfügung. Auch das dafür benötigte Gartenzubehör sowie die passende Erde finden Sie direkt bei uns vor Ort.

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Das Team vom Mahler Hof

Bildquellen: canva.com

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